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EN ISO 11393-2 – Schnittschutz für Kettensägenarbeiten

Kurz gesagt: EN ISO 11393-2 regelt Beinschutz gegen Kettensägenverletzungen. Das Prinzip ist nicht Widerstand, sondern Blockade: Lange Fasern werden von der Kette herausgerissen, wickeln sich um das Antriebsritzel und bringen die Säge zum Stehen – in Sekundenbruchteilen. Die Klasse richtet sich nach der Kettengeschwindigkeit, das Design danach, wo der Schutz sitzt.

Piktogramm EN ISO 11393-2: Schutzschild mit Kettensäge
Die Kennzeichnung
Schutzbekleidung nach dieser Normvorgabe bietet Schutz gegen Schnittverletzungen im Beinbereich, die beim Arbeiten mit handgeführten Kettensägen auftreten können. Wie hoch die Schutzwirkung im Ernstfall ausfällt, hängt von vielen Einflüssen ab: Drehzahl der Säge, Drehmoment des Motors, Intensität und Dauer des Kontakts, Auftreffwinkel der Schiene auf das Gewebe und die Arbeitsposition.
Das Piktogramm muss an einer gut sichtbaren Stelle an der Bekleidung angebracht sein.

Schutzklassen nach Kettengeschwindigkeit

KlasseKettengeschwindigkeitTypischer Einsatz
016 m/sGelegentliche Arbeiten, kleine Sägen
120 m/sDer Regelfall im Privat- und Kommunalbereich
224 m/sProfessionelle Forstarbeit
328 m/sHochleistungssägen, Sonderanwendungen

Die Klasse muss zur Kettengeschwindigkeit der eingesetzten Säge passen – nicht zur Erfahrung des Trägers. Klasse 0 gab es in der Vorgängernorm EN 381-5 noch nicht.

EN 381-5 ist abgelöst

Die frühere Norm EN 381-5 hat ihre Konformitätsvermutung am 19. November 2021 verloren. Neue Ware wird nach EN ISO 11393-2 zertifiziert. Bestehende Ausrüstung nach EN 381-5 ist damit nicht automatisch unbrauchbar – aber bei Ersatzbeschaffungen sollte auf die aktuelle Norm umgestellt werden.

Die drei Designs – wo der Schutz sitzt

DesignSchutzbereichGeeignet für
AFrontschutz, rund 180° Bodenarbeit mit normaler Sägehaltung
BWie A, als Beinling / Chaps Gelegentlicher Einsatz über normaler Hose
CRundumschutz, 360° Baumklettern, Arbeiten in Zwangshaltung
Warum der Schutzbereich asymmetrisch ist Die geschützte Fläche bei Design A ist millimetergenau festgelegt – und sie ist nicht symmetrisch. Das liegt an der Laufrichtung der Kette: Sie kommt bei einem Rückschlag aus einer bestimmten Richtung auf das Bein zu. Deshalb sind linkes und rechtes Hosenbein unterschiedlich aufgebaut. Eine Hose falsch herum getragen oder ein zusammengewürfeltes Paar Chaps schützt nicht wie geprüft.

Worauf es in der Praxis ankommt

Mehr Lagen sind nicht automatisch besser

Schnittschutz entsteht durch Faserlagen, die sich in das Ritzel wickeln. Naheliegend wäre: mehr Lagen, mehr Schutz. Tatsächlich kommt es auf die Faserqualität an. Unsere FOREST-Schnittschutzhose PRO erreicht Klasse 2 mit sieben Lagen – wo einfachere Konstruktionen für Klasse 1 bereits neun Lagen brauchen. Weniger Lagen heißen weniger Gewicht, bessere Beweglichkeit und geringere Wärmebelastung. Und ein Schutz, der nicht ermüdet, wird auch am Nachmittag noch getragen.

Nach jedem Schnittereignis austauschen

Schnittschutz wirkt einmal. Sobald die Kette Fasern herausgerissen hat, ist die Schutzwirkung an dieser Stelle aufgebraucht – auch wenn die Hose äußerlich fast unbeschädigt aussieht. Eine Hose nach Kettenkontakt gehört ausgesondert, nicht geflickt.

Waschen verändert das Material

Zu heißes Waschen oder Trocknen kann die Schnittschutzeinlage verfilzen und ihre Wirkung mindern. Bei unserer Schnittschutzhose High Vis gilt deshalb ausdrücklich eine reduzierte Waschtemperatur von 60 °C und Trocknung mit reduzierter Temperatur. Mehr dazu auf der Seite zur Industriewäsche nach EN ISO 15797.

Beinschutz ist nur ein Teil der Ausrüstung

Zur vollständigen Schutzausrüstung bei Motorsägenarbeiten gehören außerdem Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, Schnittschutzstiefel und Handschuhe. EN ISO 11393-2 deckt ausschließlich den Beinbereich ab.

Schnittschutzhosen

Drei Modelle unserer Kollektionen sind nach EN ISO 11393-2 zertifiziert.

Passende Einstiege: Schnittschutzhosen und Forstwirtschaft.

Häufige Fragen

Wie funktioniert Schnittschutz überhaupt?

Nicht durch Widerstand, sondern durch Blockade. Die Kette reißt lange Fasern aus der Einlage, diese wickeln sich um das Antriebsritzel und bringen die Säge innerhalb von Sekundenbruchteilen zum Stehen.

Welche Klasse brauche ich?

Sie richtet sich nach der Kettengeschwindigkeit der Säge: Klasse 0 bis 16 m/s, Klasse 1 bis 20 m/s, Klasse 2 bis 24 m/s, Klasse 3 bis 28 m/s. Für professionelle Forstarbeit ist Klasse 2 der Regelfall.

Kann ich die Hose nach einem Schnitt weiter tragen?

Nein. Schnittschutz wirkt einmal – nach Kettenkontakt ist die Schutzwirkung an dieser Stelle aufgebraucht, auch wenn die Hose äußerlich intakt wirkt. Aussondern, nicht flicken.

Gilt meine alte Hose nach EN 381-5 noch?

EN 381-5 hat am 19. November 2021 die Konformitätsvermutung verloren. Vorhandene Ausrüstung wird dadurch nicht schlagartig unbrauchbar, aber Ersatzbeschaffungen sollten auf EN ISO 11393-2 umgestellt werden.

Reicht eine Schnittschutzhose als Ausrüstung?

Nein. EN ISO 11393-2 deckt nur den Beinbereich ab. Zur vollständigen Ausrüstung gehören Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, Schnittschutzstiefel und Handschuhe.

Beratung Schnittschutz

Schnittschutz wirkt einmal.
Danach gehört er ausgesondert.

Wir klären mit dir, welche Klasse zu deiner Säge passt, welches Design zur Arbeitshaltung – und wie die Ausrüstung im Waschprozess behandelt werden muss.

Stand: Juli 2026